Erst die Preissteigerungen, die durch die weltweiten Corona-Maßnahmen verursacht wurden (Stichwort: Lieferengpässe), nun die Inflationsentwicklung infolge des Krieges in der Ukraine: die Bürger werden immer stärker belastet und auch der Staat profitiert, vor allem durch steigende Umsatzsteuereinnahmen. Nun will die Bundesregierung die Steuerbürger entlasten. 

Der Koalitionsausschuss hat sich bereits im Februar auf erste Entlastungsschritte für die Bürger verständigt, die nun auf den Weg gebracht werden. Ergänzt wurden diese am 24.03.2022 um weitere Beschlüsse. Dazu gehören auch steuerliche Änderungen. 

So sollen der Arbeitnehmerpauschbetrag rückwirkend zum 01.01.2022 um 200 € auf 1.200 € und der Grundfreibetrag von derzeit 9.984 € um 363 € auf 10.347 € angehoben werden. Die zum 01.01.2024 anstehende Erhöhung der Pauschale für Fernpendler (ab dem 21. Kilometer) sowie der Mobilitätsprämie sollen ebenfalls rückwirkend ab dem 01.01.2022 von 0,35 € auf 0,38 € vorgezogen werden. 

In einem vierten Corona-Steuerhilfegesetz sind weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Steuerpflichtigen vorgesehen. 

In dem Paket soll die EEG-Umlage zum 01.07.2022 wegfallen, Bezieher von Arbeitslosengeld II und der Grundsicherung mit einem einmaligen Coronazuschuss von 200 € unterstützt werden und von Armut betroffene Kinder ab dem 01.07.2022 einen Sofortzuschlag in Höhe von 20 €/Monat bis zur Einführung der Kindergrundsicherung erhalten. 

Des Weiteren soll der Mindestlohn auf 12 €/Stunde angehoben und zur Unterstützung für Beschäftigte und Unternehmen das Kurzarbeitergeld verlängert werden. Ferner sollen Wohngeldempfänger einen Heizkostenzuschuss in Höhe von 270 € und Wohngeld-Haushalte mit 2 Personen 350 € sowie pro weiterem Familienmitglied 70 €, Azubis und Studierende im BaföG-Bezug 230 € pro Person erhalten. 

Geplant ist zudem eine Energiepreispauschale i.H.v. 300 EUR, die bei Arbeitnehmern über das Gehalt ausgezahlt werden soll. Kurioserweise unterliegt diese Pauschale der Einkommensteuer, der Staat holt sich also einen Teil der Leistung gleich wieder über Steuern zurück. 

Zudem ist nach Corona-Vorbild ein einmaliger Zuschuss zum Kindergeld i.H.v. 100 EUR geplant. Der Bonus wird auf den Kinderfreibetrag angerechnet, Gutverdiener haben also nichts davon. 

Weitere Punkte sind ein 90 Tage-Ticket für neun Euro pro Monat für den Öffentlichen Personennahverkehr und eine Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate. 

Sie sehen: Viel Klein-Klein und teilweise mit bürokratischem Aufwand verbunden. Angesichts der stark steigenden Staatsausgaben sollten Sie auch in Zukunft nicht mehr erwarten. 

Haben Sie noch Fragen? Wir beraten Sie gern. 

WNP Steuerberatungsgesellschaft