So mancher Einfamilienhausbesitzer hat bisher den Aufwand gescheut, den eine Photovoltaikanlage in Bezug auf das Finanzamt mit sich bringt. Zumindest bei kleinen Anlagen ist nun damit Schluss. 

Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW und Blockheizkraftwerken mit einer Leistung von bis zu 2,5 kW können nämlich künftig wählen, ob sie ihre jeweiligen Anlagen ohne oder mit einer Gewinnerzielungsabsicht betreiben wollen. Die Einstufung der Energieerzeugungsanlagen erfolgt auf schriftlichen Antrag und gilt auch für die nachfolgenden Jahre. 

Wird eine Anlage ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben, so wird aus Vereinfachungsgründen für alle offenen Veranlagungszeiträume auf einen Nachweis verzichtet und eine steuerlich unbeachtliche Liebhaberei unterstellt. Das heißt, dass keine Gewinnermittlung erstellt und übermittelt werden muss und folglich weder Gewinne noch Verluste der Anlage einkommensteuerlich berücksichtigt werden. 

Das gilt: 

  • bei der aktuellen Veranlagung zur Einkommensteuer,
  • in Vorjahren, soweit die Bescheide nach den Vorschriften des Verfahrensrechts noch geändert werden können, z. B. weil sie unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen oder wegen der fraglichen Gewinnerzielungsabsicht vorläufig ergangen sind oder weil sie mit Einspruch angefochten wurden,
  • in den Folgejahren. 

Also Vorsicht: Wurden in den Vorjahren Verluste berücksichtigt, werden diese nachträglich gestrichen, wenn die Steuerbescheide noch änderbar sind. 

Beim Betreiben einer Anlage mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt hingegen eine Prüfung nach den allgemeinen Grundsätzen. In diesem Fall gelten die allgemeinen Regelungen in allen noch offenen und künftigen Veranlagungszeiträumen. 

Voraussetzung für die Ausübung des Wahlrechts ist, dass die kleinen Energieerzeugungsanlagen nach dem 31.12.2003 in Betrieb genommen wurden und auf zu eigenen Wohnzwecken genutzten oder unentgeltlich überlassenen Ein- und Zweifamilienhausgrundstücken einschließlich Außenanlagen installiert sind. Ein häusliches Arbeitszimmer oder Räume, die nur gelegentlich entgeltlich vermietet werden (Einnahmen bis 520 € im Veranlagungszeitraum), sind bei der Prüfung, ob es sich um ein zu eigenen Wohnzwecken genutztes Ein- und Zweifamilienhaus handelt, nicht relevant. 

Bitte beachten Sie: 

Werden z. B. durch Vergrößerung der Energieerzeugungsanlage die Voraussetzungen für die Vereinfachungsregel nicht mehr erfüllt, ist diese für kommende Veranlagungszeiträume nicht mehr anzuwenden. Der Wegfall ist dem zuständigen Finanzamt schriftlich mitzuteilen. 

Umsatzsteuerlich gelten besondere Regelungen. 

Zu diesem Thema beraten wir Sie gern. 

WNP Steuerberatungsgesellschaft