Haushaltsnahe Handwerkerleistungen sind steuerlich begünstigt: Nach § 35a Abs. 3 EStG ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen (Lohnanteil). 

Seit einiger Zeit beschäftigt die Finanzgerichte folgende Frage: Was ist noch haushaltsnah? So hatten verschiedene Gerichte Fälle, in denen das zu reparierende Bauteil – z.B. eine Tür – aus dem Haus ausgebaut und in der Werkstatt des Handwerkers repariert wurde, als begünstigt angesehen, weil schließlich der Leistungserfolg in der Wohnung des Steuerpflichtigen eingetreten sei. 

Dieser Sichtweise hat das höchste deutsche Finanzgericht, der Bundesfinanzhof (BFH), nun widersprochen. Nach seiner Ansicht sind die betreffenden Handwerkerleistungen nur begünstigt, wenn sie in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden. In der Werkstatt des Handwerkers erbrachte Leistungen sind hingegen nicht ermäßigungsfähig. 

Für Mischfälle empfiehlt der BFH, die Arbeitskosten im Wege der Schätzung in einen nicht begünstigten „Werkstatt-Lohn“ und in einen begünstigten „Vor-Ort-Lohn“ aufzuteilen. 

Handwerksbetriebe müssen damit rechnen, dass Kunden künftig verlangen, nicht nur den Arbeitslohn extra auszuweisen, sondern diesen auch noch danach zu differenzieren, wo er angefallen ist. 

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WNP Steuerberatungsgesellschaft