Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat dem im Vermittlungsausschuss ausgehandelten Kompromiss zum Klimapaket zugestimmt. Damit ist der Weg frei für das Klimaschutzgesetz, das im Frühjahr 2020 beschlossen werden soll. Ein Bestandteil dieses Gesetzes wird die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung sein. 

Energetische Maßnahmen an einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung) werden ab sofort durch eine Steuerermäßigung gefördert. Voraussetzung: Das Objekt ist bei der Durchführung der Maßnahme älter als zehn Jahre (maßgebend ist der Herstellungsbeginn). 

Begünstigte Maßnahmen sind:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken,
  • Erneuerung der Fenster, Außentüren oder der Heizungsanlage,
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,
  • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung,
  • Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.

Zu den Aufwendungen für energetische Maßnahmen gehören auch die Kosten für die Erteilung der Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens und die Kosten für den Energieberater, wenn dieser mit der planerischen Begleitung oder Beaufsichtigung der energetischen Maßnahmen beauftragt wurde. Gemeint sind Energieberater, die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle als fachlich qualifiziert zum Förderprogramm „Energieberatung für Wohngebäude (Vor-Ort-Beratung, individueller Sanierungsfahrplan)“ zugelassen sind.

Durch eine (nach amtlichem Muster) erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens muss nachgewiesen werden, dass die Mindestanforderungen erfüllt sind, die der Gesetzgeber in der Energetischen Sanierungsmaßnahmen-Verordnung (ESanMV) geregelt hat.

Keinesfalls darf der Steuerpflichtige die Rechnung bar bezahlen.

Nun aber zur wichtigsten Frage: Wieviel gibt es?

Auch wenn der Gesetzentwurf von einer Steuerermäßigung spricht, werden die Sanierungskosten im Ergebnis mit 20 % bezuschusst. Je begünstigtes Objekt beträgt der Höchstbetrag der Steuerermäßigung (also des Zuschusses) 40.000 EUR. Die Steuerermäßigung wird über drei Jahre verteilt.

Für die Aufwendungen für den Energieberater gibt es sogar 50 %.

Damit ist die Sache klar: Wer ohnehin über eine der o.g. Maßnahmen nachgedacht hat, dem fällt die Entscheidung angesichts des Zuschusses vielleicht leichter. Ein echter Anreiz geht von 20 % Zuschuss nicht aus, zumal die Erfahrung der Vergangenheit lehrt, dass ein Großteil des Geldes bei den Baubetrieben in Form höherer Preise landen wird.

Merke
Soweit die Kosten als Betriebsausgaben, Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt worden sind, scheidet eine Steuerermäßigung aus. Wird bereits die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen beansprucht, ist eine Steuerermäßigung für diese Aufwendungen ebenfalls ausgeschlossen.

Beachten Sie auch:

Die Förderung ist zeitlich befristet: Es werden energetische Maßnahmen gefördert, mit denen nach dem 31.12.2019 begonnen wird und die vor dem 1.1.2030 abgeschlossen sind.

Haben Sie noch Fragen? Wir beraten Sie gern.
WNP Steuerberatungsgesellschaft