Belegausgabepflicht neu ab 01.01.2020 – § 146a Abs. 2 S. 1 AO 

„Wollen Sie einen Bon?“ ist eine Frage, die ab 2020 der Vergangenheit angehört, denn ohne Übergangsregelung ist die Belegausgabe eine Pflicht für jeden Unternehmer, der ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkassen oder iPad-Kassensystem) verwendet. 

Egal ob ein Kaffee zum Mitnehmen oder ein großes Familienessen: Der Beleg ist in jedem Fall auszustellen und dem Kunden in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit dem Verkaufsvorgang zu übergeben. Ersatzweise kann der Beleg nach Zustimmung des Kunden auch elektronisch übermittelt werden, zum Beispiel als PDF per E-Mail oder direkt auf das Smartphone geschickt werden. Somit soll sichergestellt werden, dass auch wirklich jeder Verkaufsvorgang dokumentiert wird, um Manipulationen, Schwarzgeld und die Hinterziehung von Steuern zu verhindern. 

Neben den Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes (§ 14 UStG) gelten gemäß der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV gültig seit 07.10.2017) folgende Mindestanforderungen an den Beleginhalt:

  1. der vollständige Name und die vollständige Anschrift Ihres Unternehmens
  2. das Datum der Belegausstellung und – sobald die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung vorhanden ist – auch der Zeitpunkt des Vorgangbeginns sowie der Vorgangsbeendigung
  3. die Menge und die Art der Bestellungen
  4. eine eindeutige und fortlaufende Transaktionsnummer – sobald die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung vorhanden ist, zunächst genügt die Sequenznummer, also eine Rechnungsnummer bzw. Belegnummer
  5. der zu zahlende Betrag und der darauf entfallende Steuerbetrag sowie der anzuwendende Steuersatz oder im Falle der Steuerbefreiung einen Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt
  6. die Seriennummer des elektronischen Aufzeichnungssystems oder die Seriennummer des Sicherheitsmoduls – ebenfalls erst möglich, sobald die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung vorhanden ist (64 Stellen!)

Bei Verkauf von Waren an eine Vielzahl von nicht bekannten Personen können die Finanzbehörden aus Zumutbarkeitsgründen von der Belegausgabepflicht auf Antrag befreien (§ 146 Abs. 2 S. 2 AO i.V.m. § 148 AO). In Frage kommen beispielsweise Bäckereien, Eiscafés, Kioske oder Schnellimbisse. Die Entscheidung über die Befreiung dieser Pflicht ist eine Ermessensentscheidung der Finanzbehörden und kann widerrufen werden.

Unser Tipp:
Vermeiden Sie angreifbare formale Mängel in der Kassenführung oder einen Verstoß gegen die Belegausgabepflicht, denn das kann zu hohen Strafen führen – im Ernstfall droht eine Geldbuße von bis zu 25.000 EUR. Bereiten Sie die zu treffenden Änderungen rechtzeitig vor, indem Sie die Kassieranweisungen Ihres Verkaufspersonals dahingehend erneuern und nehmen Sie rechtzeitig alle Kasseneinstellungen vor.

Und denken Sie daran: Wir von der WNP sind die Spezialisten. Gern sind wir Ihnen behilflich und prüfen Ihre neuen Kassieranweisungen sowie die Mindestangaben auf Ihren Belegen.