Tragen Eltern wegen einer Unterhaltsverpflichtung die Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge ihres Kindes, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht, können sie diese als eigene Beiträge als Sonderausgaben steuermindernd absetzen. 

Das gilt nicht nur für Beiträge, die die Eltern direkt bezahlen, sondern auch für solche, bei denen das Kind Versicherungsnehmer ist. Selbst Beiträge, die der Arbeitgeber eines erwerbstätigen Kindes (z. B. bei Arbeit in den Semesterferien) direkt von dessen Lohn einbehält, sind bei den Eltern abzugsfähig. 

Nach einem aktuellen Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) ist jedoch Voraussetzung für den Steuerabzug, dass die Eltern die Beiträge des Kindes tatsächlich gezahlt oder erstattet haben. Dies klingt kompliziert, ist aber einfach: Die Überweisung von entsprechend hohem Barunterhalt auf das Konto des Kindes reicht. Eine Leistung durch Sachunterhalt (Wohnen) genügt hingegen nicht. 

Das Bundesfinanzministerium sieht das anders und lässt in einer entsprechenden Verwaltungsanweisung auch Sachunterhaltsleistungen zu. Dies kann sich jedoch durch weitere Urteile des BFH ändern. Wer sichergehen will, setzt also auf Barunterhalt.

Übrigens: Doppelt ansetzen geht natürlich nicht. Die Beiträge können nur einmal – entweder bei den Eltern oder beim Kind – als Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden (Grundsatz der Einmalberücksichtigung). Eine Aufteilung zwischen den Eltern und dem Kind ist aber möglich.

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WNP Steuerberatungsgesellschaft