Eine umsatzsteuerlich ordnungsgemäße Rechnung erfordert die vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers. Nach geänderter Rechtsprechung und Verwaltungssichtweise reicht jede Art von Anschrift (einschließlich einer Briefkastenanschrift) aus, sofern der Unternehmer unter dieser Anschrift erreichbar ist. Das zeitliche Moment „Erreichbarkeit“ hat der Bundesfinanzhof nun präzisiert. 

Danach ist für die Prüfung des Rechnungsmerkmals „vollständige Anschrift“ (nur) der Zeitpunkt der Rechnungsausstellung maßgeblich und nicht der Zeitpunkt der Leistungserbringung. Alles andere wäre auch unlogisch. Man stelle sich einen Unternehmer vor, dessen Unternehmen umzieht. Selbstverständlich trägt die Rechnung die neue Anschrift, auch wenn der Unternehmer zum Zeitpunkt der Leistungserstellung noch nicht dort erreichbar war.

Die Feststellungslast für die postalische Erreichbarkeit trifft den den Vorsteuerabzug begehrenden Leistungsempfänger.

BFH-Urteil vom 5.12.2018, Az. XI R 22/14