Um in den Genuss von Beitragserstattungen zu kommen, tragen viele privat Krankenversicherte Krankheitskosten selbst und machen sie nicht bei ihrer Krankenversicherung geltend. Dabei übersehen sie aber oft die steuerlichen Konsequenzen.

Beitragserstattungen wirken sich direkt (ungünstig) steuerlich aus, indem sie von den steuerlich als Sonderausgaben abzugsfähigen Beiträgen zur Krankenversicherung abzuziehen sind, diesen steuersparenden Posten also mindern.

Demgegenüber wirken sich die privat gezahlten Krankheitskosten steuerlich überhaupt nicht aus. Der Bundesfinanzhof hat nämlich entschieden, dass diese Kosten nicht als Sonderausgaben abgezogen werden.

Die selbst getragenen Krankheitskosten sind darüber hinaus auch nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Der Abzug scheitert meist schon daran, dass die zumutbare Eigenbelastung (abhängig vom Gesamtbetrag der Einkünfte, Familienstand und der Anzahl der Kinder) nicht überschritten wird. Aber selbst wenn diese Hürde überwunden wird, scheitert ein Abzug aus unserer Sicht daran, dass diese Aufwendungen nicht zwangsläufig sind, was eine zwingende Voraussetzung ist. Der Steuerpflichtige hat freiwillig auf die ihm zustehende Erstattung der Krankheitskosten verzichtet.

Praxistipp
Es sollte vorher durchgerechnet werden, ob sich eine Beitragsrückerstattung unter dem Strich überhaupt lohnt. Vereinfacht: Trägt ein Steuerpflichtiger mit einem unterstellten Steuersatz von 30 % Krankheitskosten in Höhe von 400 EUR selbst, um eine Beitragsrückerstattung von 500 EUR zu erhalten, ergibt sich unter dem Strich „ein Minus“ von 50 EUR. Denn dem finanziellen Vorteil von zunächst 100 EUR (500 EUR abzüglich 400 EUR) steht eine steuerliche Mehrbelastung von 150 EUR (30 % von 500 EUR) gegenüber.

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WNP Steuerberatungsgesellschaft