Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung für Selbständige werden einkommensbezogen festgesetzt. Bis Ende 2017 erfolgte eine Anpassung der Beiträge an einen veränderten Gewinn (regelmäßig nachzuweisen durch den Steuerbescheid) nur für die Zukunft, nicht rückwirkend. Damit konnten Selbständige, deren Einkommen sich erhöht hatte, über den Abgabezeitpunkt ihrer Steuererklärung anstehende Beitragserhöhungen zumindest ein paar Monate hinauszögern. 

Dies funktioniert seit 01.01.2018 nicht mehr. Die Beiträge werden nun nur noch vorläufig festgesetzt, sofern sie auf Gewinneinkünften unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze beruhen. Maßgebend ist der letzte vorliegende Einkommensteuerbescheid. 

Das Einkommen für die endgültige Festsetzung ist dann innerhalb von drei Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres mittels Einkommensteuerbescheid nachzuweisen. Erfolgt dies nicht, wird der Beitrag rückwirkend auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze festgesetzt.

Dieses Verfahren hat zur Folge, dass es bei einem steigenden Gewinn zu einer Nachzahlung und bei einem niedrigeren Gewinn zu einer Erstattung kommt. Da bei Nachzahlungen regelmäßig auch Steuernachzahlungen zu erwarten sind, muss nun noch sorgfältiger darauf geachtet werden, entsprechende Rücklagen zu bilden.

Zu beachten ist eine Mindestbemessungsgrenze und damit einen Mindestbeitrag. Für das Jahr 2018 liegt die Mindestbemessungsgrenze bei einem Gewinn von 27.402,00 €. Auch bei geringerem Gewinn sind mindestens Beiträge auf Basis dieses Einkommens zu entrichten.

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WNP Steuerberatungsgesellschaft